Nicht Hörbuch-kompatibel

Gerade schmökere ich mich durch Stephen Kings Autobiografie „Das Leben und das Schreiben“. Es macht Freude zu lesen, wie der erfolgreiche Schriftsteller seinen Alltag schildert, und es macht Lust, sich endlich selbst zu disziplinieren und das lange geplante Buchprojekt in Angriff zu nehmen.

Soll ich? Ach, irgendwann bestimmt.

Das Buch ist wirklich gut, auch wenn ich es bereue, es nicht im englischen Original, sondern in der deutschen Übersetzung gekauft zu haben. Nicht, dass die Übersetzung schlecht wäre. Aber die Beispiele verlieren dabei doch sehr an Überzeugungskraft oder die Bezüge zum Englischen sind schlicht und ergreifend schwer auf Deutsch darstellbar. Die Übersetzerin in mir lenkt das unheimlich ab. Immer die Frage: Wie hätte ich das übersetzt? Wie ist wohl das Original? Und dann schwanke ich zwischen Bewunderung und Mitleid für den Übersetzer.

Mr. King empfiehlt jedenfalls, dass der ambitionierte Schriftsteller vor allem eines tun muss: lesen. Lesen, lesen und nochmals lesen. Okay. Das versuche ich, auch wenn es mir im Alltag wirklich schwer und mir abends nach zwei Absätzen die Augen zufallen.

Er empfiehlt außerdem Hörbücher. Vor allem in Situationen, in denen man nicht lesen, aber trotzdem hören kann. Beim Autofahren zum Beispiel.

Das ist sicher eine hervorragende Idee. Wenn ich denn Hörbuch-kompatibel wäre. Bin ich aber nicht. Ich kann einfach keine Hörbücher hören. Ich kann dem Vorleser selten folgen. Immer schweifen meine Gedanken ab und ich muss zurückspulen. Aber bis wohin?

Das passiert mir beim Lesen natürlich auch ab und zu. Aber dann blättere ich einfach ein, zwei Seiten zurück und bin wieder drin. Beim Hörbuch will mir das einfach nicht gelingen.

Dabei würde unser Hund bestimmt sehr davon profitieren, denn die Spaziergänge wären viel länger, weil ich bei einer spannenden Hörbuchlektüre vielleicht aus Versehen den falschen Weg einschlüge. Stattdessen verirrt sich die Handlung des Buches zwischen meinen Gehirnwindungen und das macht mich wahnsinnig. Und ich frage mich, ob das eigentlich nur mir so geht?

Ich habe da ein tolles Hörbuch auf dem iPhone. Gelesen von Hannes Jaenicke. Hach. Diese Stimme! Da könnte ich stundenlang zuhören. Aber er könnte auch auf Chinesisch rezitieren, das machte keinen Unterschied, den Inhalt erfasse ich so oder so nicht.

Und immer, wenn ich nicht einschlafen kann (im Flugzeug wirkt das Wunder), packe ich meine Ohrstöpsel aus und lausche der tiefen, warmen Stimme von Hannes …

Nein, ich bin einfach nicht Hörbuch-kompatibel. Leider.

Advertisements

Ein Kommentar

Kommentar schreiben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: