Turbulente Zeiten

Habe ich noch im letzten Beitrag angedeutet, die Mehrheit der Russen wolle Putin wiederhaben, so muss ich heute wohl eingestehen, dass ich da einem Irrtum aufgesessen bin. Zwar sehnen sich die Russen nach einem starken Mann, aber Putin ist es anscheinend nicht gelungen, sein Volk mit seinen Heldentaten weiterhin zu beeindrucken.

Aufregend war es am Samstag, die Geschehnisse in der Innenstadt zu verfolgen – per Twitter hauptsächlich. Niemals hätte ich mit so vielen Demonstranten gerechnet und mit einem friedlichen Ausgang der Proteste schon gar nicht.

Es sind spannende Zeiten in Russland und wenn die Proteste in der Form weitergehen, dann ist im Kreml wohl Götterdämmerung angesagt. Denn beim nächsten Prostestaufruf werden wohl auch die Bürger zur Demo gehen, die aus Angst vor Auschreitungen und Gewaltanwendung dieses Mal nicht dabei waren. 

Wie schon so viele Regierungen in diesem Jahr, so hat auch die russische die Macht des Internets unterschätzt. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, dass die sozialen Medien die Meinung der Menschen beeinflussen. Es ist aber ein sehr machtvolles Mittel, sich zu organisieren und eine Öffentlichkeit herzustellen, die dem Gegner wenig Handlungsspielraum lässt.

Doch nur mit Klicks ist noch keine Revolution gewonnen worden. Es braucht immer noch die wütende Masse, die sich auf die Straße begibt. 

Und die wird anscheinend auch in Russland immer größer. Der russische Winter kann schnell zum russischen Frühling werden – auch ohne Klimawandel.

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