Sugata Mitra: Ein Loch in der Wand

Im Jahr 1999 schlugen Sugata Mitra und seine Kollegen ein Loch in eine Wand, die an einen Slum in Neu-Dehli grenzt, installierten dort einen PC mit Internetverbindung und überließen ihn seinem Schicksal (mit einer versteckten Kamera, die die Umgebung filmte). Sie beobachteten, wie die Kinder des Slums begannen mit dem Computer zu spielen, dabei lernten ihn zu benutzen, online zu gehen, und dann ihr Wissen miteinander teilten.

In den Folgejahren wiederholten sie das Experiment in anderen Teilen Indiens, in Städten und auf dem Land, immer mit ähnlichen Ergebnissen, womit sie einige grundlegende Annahmen der üblichen Schulausbildung in Frage stellten. Das Projekt „Loch in der Wand“ zeigt, dass eine Umgebung, die Neugierde fördert, zu einen Lernerfolg durch selbstgesteuertes Lernen und gemeinsam geteiltes Wissen verhelfen kann, selbst ohne direkten Input durch einen Lehrer. Mitra, inzwischen Professor für Bildungstechnologie an der Universität von Newcastle (UK), nennt das „minimalinvasive Bildung“.

Auf TED.com finden sich zwei Talks von Sugata Mitra. Einer stammt aus dem Jahr 2007, gehalten bei der LIFT-Konferenz. Der andere aus dem Jahr 2010 wurde während der TEDGlobal-Konferenz aufgenommen. Beide Talks gibt es mit deutschen Untertiteln.

 

2007: Sugata Mitra zeigt, wie Kinder sich selbst unterrichten.

Übersetzt von Thomas Schley, gegengelesen von Florian Haas:

In einem Vortrag bei LIFT 2007 sprach Sugata Mitra über sein Projekt namens „Hole in the Wall“ (Loch in der Wand). Junge Kinder fanden in diesem Projekt selbständig heraus, wie sie einen PC nutzen können — und brachten dies dann anderen Kindern bei. Seine Frage lautet: was können sich Kinder darüber hinaus noch selbständig beibringen?

 

2010: Sugata Mitras neue Experimente auf dem Gebiet des selbstgesteuerten Lernens

Übersetzt von Sabrina Gründlinger, gegengelesen von Myriam Bastian:

Der Erziehungswissenschaftler Sugata Mitra nimmt eines der größten Probleme im Ausbildungsbereich in Angriff — die besten LehrerInnen und Schulen gibt es nicht an den Orten, an denen sie am meisten benötigt werden. In einer Folge von Vor-Ort Experimenten, von Neu Delhi bis Südafrika und Italien, ermöglichte er Kindern selbstbestimmten Zugriff auf das Internet, und kam zu Ergebnissen, die unsere Auffassung über das Unterrichten revolutionieren könnten.

 

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