Roger Ebert: Auf der Suche nach meiner Stimme

Als der legendäre Filmkritiker Roger Ebert seine Stimme verlor, fand er eine neue auf Twitter und seinem Blog, wo er über Kreativität, Politik und Kultur schreibt — und brillanter denn je zuvor über Film.

Roger Ebert zweifellos ist eine Legende. Der erste Preisträger des Pulitzerpreises für Filmkritik, als Filmkritiker für die Chicago Sun-Times, ist er vor allem durch seine jahrzehntelange Tätigkeit als Co-Moderator von Sneak Preview bekannt, einer Fernsehsendung, die er gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Chicagoer Kritiker Gene Siskel leitete. 23 Jahre lang und unter drei verschiedenen Show-Namen (letztendlich hieß sie Siskel and Ebert and the Movies) boten die beiden Kritiker eine kluge, kurze Filmkritik, die viel Einfluss auf Amerikas Kinogänger hatte. Als Gene Siskel 1999 starb, machte Ebert gemeinsam mit Richard Roeper weiter. (Und er ist auch der Mitautor des Drehbuchs zu Russ Meyers Kultklassiker Blumen ohne Duft, was mehr als nur ein paar junge Filmstudenten in Erstaunen versetzt hat). 

2006 wurde Ebert wegen Schilddrüsenkrebs behandelt. In einem absolut lesenwerten Bericht, der 2010 im Esquire-Magazin erschien, erzählt er von seinen zahlreichen Operationen und Rückschlägen. Nachdem er eine Behandlung nach der anderen ertragen hatte, verlor er schließlich seinen Unterkiefer — und mit ihm seine Fähigkeit zu essen und zu sprechen. Er widmete sich daraufhin seinem Blog und Twitter, wo er eine neue Stimme für seine Filmkritiken fand und für seine erfrischenden Gedanken zu … einfach zu allem. Er versuchte sich als Amazongesellschafter, er kam in die Finalrunde beim Titelwettbewerb des New Yorkers und er hat die ein oder andere Diskussion losgetreten. Er entwickelt gerade außerdem eine neue, computergestützte Stimme, die auf zehntausenden Stunden Tonaufzeichnungen aus seiner Arbeit beim Fernsehen basiert.

 

Übersetzt von Anke Tröder und Katrin Dinkel:

Als Filmkritiker Roger Ebert durch Krebs seinen Unterkiefer verlor, verlor er damit auch seine Fähigkeit zu essen und zu sprechen. Auf der TED2011 erzählen Ebert, seine Frau Chaz und ihre Freunde Dean Ornish und John Hunter gemeinsam in einem bewegenden Vortrag seine bemerkenswerte Geschichte.

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