Parent Talks – Elternsprechtag


Dies ist die Woche der Elternsprechtage. Sie finden dreimal im Jahr, also gegen Ende jeden Terms statt. Letzten Dezember waren die Termine mit den Lehrern der Mädels krankheitsbedingt ausgefallen.

Deshalb war gestern und vorgestern für mich die erste Gelegenheit, die Lehrer unter 4 Augen zu sprechen. Das wäre natürlich auch schon vorher möglich gewesen, aber es schien nicht nötig. Alles lief gut.

Der Lehrer der kleinen Erstklässlerin ist sympathisch, hat Lausbubencharme und hat meine Tochter voll durchschaut. Er hat mir eine Beschreibung der jungen Dame geliefert, die mich beruhigt. Denn davon abgesehen, dass sie gut mitkommt und gute Leistungen erbringt (sofern die überhaupt schon gefordert werden in Year 1), zeigt es mir, dass sie in der Schule sie selbst ist und dass er als Lehrer einen Blick und Interesse für die vielen kleinen Persönlichkeiten hat, mit denen er tagtäglich zu tun hat. Und dass er sie mag. Ich bin mit einem guten Gefühl aus dem Gespräch gegangen.

Ganz anders das Gespräch mit der Lehrerin der großen Tochter. Im dritten Schuljahr wird es ernster in dieser Schule. Anderes Gebäude, weniger Kindergarten, mehr „richtige“ Schule. Aber trotzdem strahlt die Einrichtung eine schöne, gemütliche, herzliche Atmosphäre aus. Deshalb konnte ich nicht so recht nachvollziehen, wieso das Töchterlein in letzter Zeit immer weniger gern dorthin geht. Okay, sie ging noch nie gern in Kindergarten oder Schule, wollte immer lieber zu Hause sein. Aber in letzter Zeit machte sie einen zunehmend gestressten und unglücklichen Eindruck. Nachdem ich vorgestern die Lehrerin etwas näher kennengelernt habe, weiß ich auch warum. Das Kind zeigt gute bis sehr gute Leistungen, lernt gut, strengt sich an, ist konzentriert in der Schule. Die Lehrerin ist höchst zufrieden und glücklich, dass sie sich so anstrengt im Unterricht.

Alles in Ordnung, also? Nein. Leider nicht. Nur für die Lehrerin. Für sie scheinen nur die Ergebnisse wichtig zu sein. Jeder Versuch meinerseits, das Gespräch auf meine Tochter als Person, als Mensch, als Kind zu lenken, um herauszufinden, warum sie sich so unwohl fühlt in der Schule, wurde mit einem beiläufigen Kommentar abgetan und es ging weiter zum nächsten Testergebnis.

Diese Lehrerin ist kalt. Sie sieht mein Kind einfach nicht.

Meine Güte, wie gut ich meine Tochter plötzlich verstehe!

Wieder was gelernt. Wenigstens kann ich jetzt handeln.

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2 Kommentare

  1. Anonymous

    oh – das ist nicht so schön. ich kann dir nur raten, weiter den dialog zu suchen, denn sich (einigermaßen) wohl fühlen in der schule ist so wichtig. kannst mich auch gerne pmen, wenn du möchtest.

  2. Anonymous

    Danke, liebe nt, es hilft schon zu wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt.Der nächste Term wird brisant. Der 2. Weltkrieg wird Thema und meine Tochter ist die einzige Deutsche im Jahrgang… Ich sprach das zu Anfang des Jahres an und die Lehrerin meinte nur: „Oh, we only talk about bomb attacks and how people had to react during the alarm. That will be fun for the kids.“Fun! Sie findet das Thema spaßig… Ich bin echt gespannt.

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