Weltfrauentag


Zugegeben, es hat schon was, wenn der 8. März auf einen Montag fällt. Dann ist das Wochenende in Russland nämlich einen Tag länger. Der 8. März, der Weltfrauentag, ist in Russland ein gesetzlicher Feiertag.

Das mag die Feministinnen unter uns freuen. Für mich war der Weltfrauentag früher auch immer im Kalender angestrichen. Ich finde schon, dass die Frauenbewegung, die Emanzipation, der Feminismus, die Gleichberechtigung, etc. noch lange nicht überall zu einem wirklichen Gleichgewicht der Geschlechter geführt hat.

In nahezu allen Gesellschaften dieser Erde gehören die Frauen nach wie vor zu den Schwachen. In manchen Ländern mehr, in anderen weniger. Es gibt noch viel zu tun, bis Frauen keine Angst mehr vor der Unterdrückung durch männlich geprägte Gesellschaftsformen haben müssen und Männer sich keinen Kopp mehr darum machen müssen, dass die Frauen ihnen am Ende noch den Rang ablaufen.

Es gibt noch viel zu tun, bis Frauen einfach Frauen sein dürfen, ohne Nachteile, aber auch ohne ihre Identität bis zur Männlichkeit aufgeben zu müssen. Es gibt noch viel zu tun, bis Männer Frauen ohne Angst vor Machtverlust als gleichwertige Partner akzeptieren und respektieren können. Und das überall auf der Welt.

Aber braucht es dazu einen Weltfrauentag? Ich denke nicht, zumindest nicht, wenn er so begangen wird wie hier in Russland. Da wird der Feiertag gerne genommen, um mal wieder richtig einen drauf zu machen. Da werden die liebreizenden Frauchen mit Blümchen, Pralinchen und Parfümchen beschenkt um ihre Schönheit, ihre Mütterlichkeit und ihren Liebreiz hochleben zu lassen.

Das ganze Getue hat sowas entsetzlich Valentinstagsmäßiges, dass einem schlecht wird.

Das ist keine Hilfe, kein Hoch auf die Emanzipation, keine Anerkennung von Gleichberechtigung. Das ist in schöne Worte und Geschenke verpackte Unterdrückung. Ein kurzer Moment vermeintlicher Respektbezeugung in einem höchst chauvinistischen Land.

Jawohl!

Ich grüße hiermit alle Frauen, die einfach gerne Frauen sind. Die wissen, dass sie etwas können; die wissen, was sie können; die stark sind, wenn sie es müssen und die es sich erlauben schwach zu sein, wenn es eben nicht anders geht.

Und ich grüße hiermit alle Männer, die einfach gerne Männer sind. Die wissen, dass sie etwas können; die wissen, was sie können; die stark sind, wenn sie es müssen und die es sich erlauben schwach zu sein, wenn es eben nicht anders geht.

Vielen Dank für die Blumen.

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