Vom Fluss der Zeit


Manchmal hat man ja das Gefühl, die Zeit mag so gar nicht vergehen. Letztes Jahr dachte ich noch: „Mann, 3 Jahre Moskau, das ist laaaang!“ Jetzt sind wir schon über ein Jahr hier und ich kann kaum glauben, wie schnell dieses ereignisreiche Jahr vergangen ist.

Okay, der größte Teil der Zeit plätschert so hin im Alltagstrott. Da ist nicht viel anders als in Deutschland, außer dass ich nicht zur Arbeit muss und meine Zeit völlig frei einteilen kann. Aber selbst, wenn ich zu Hause bleibe und nicht die Stadt der Millionäre erkunde, verfliegt so ein Tag im Nu.

Wenn nicht grade eins der Kinder krank im Bett liegt (doofer Winter!), ist der Alltag ein ruhiger, gleichmäßiger Fluss und das gefällt mir sehr.

Ab und zu wird es aber auch spannend und wir paddeln durch eine Stromschnelle, die uns einen Adrenalinschub versetzt und uns mit einem guten Gefühl zurück lässt.

Hier ist eine kleine Auswahl der Stromschnellen, die Moskau in den letzten Wochen für uns bereit hielt:

Wir besuchten mit den Kindern die Aquamarinshow. Das ist eigentlich eine Zirkusvorführung auf einer Bühne wie im Theater, allerdings besteht das Bühnenbild aus bunt beleuchteten, „tanzenden“ Wasserfontänen. Schön anzusehen war es allemal und die Show war auch wirklich gut. Für Kinder ein optimales Programm und auch das Rundherum war recht nett. Mit Clowns und anderen Attraktionen im Foyer; das ist typisch russisch.

Neulich gastierte Patricia Kaas in Moskau im Großen Kremlpalast (beeindruckende Location!) und der Gatte und ich haben uns zwei Karten gegönnt. Patricia Kaas ist in Russland sehr beliebt. Ein Star, wie ihn die Russen lieben. Die Show selbst war ein Benefizkonzert, wobei es uns nicht gelungen ist, herauszufinden wofür. Die französische Sängerin hatte ihre Show mit russischen Künstlern gemeinsam gestaltet, was mir persönlich gut gefallen hat. Leider wollte das russische Publikum so gar nicht aus sich rauskommen und Frau Kaas leistete Schwerstarbeit auf der Bühne. Ich hätte ihr ein wenig mehr Enthusiasmus beim Applaus gewünscht. Schade.

In der letzten Woche hatten die Kinder Ferien und mein Mann Urlaub. Entgegen unserer ersten Planung, vor dem Winter zu flüchten und die Sonne zu (be-)suchen, blieben wir in Moskau und wollten die Stadt ein wenig besser kennenlernen. Nunja, von der Stadt haben wir nicht viel gesehen, aber zumindest ein paar Familienausflüge mit Spaßfaktor unternommen.

Wir waren zum „Tubbing“ in Krylatskoye, einem Mini-Skigebiet mitten in Moskau.

Die Kinder hatten einen schönen Nachmittag mit ihrem Papa im einzigen Aquapark Moskaus.

Mit unseren Brasilianischen Freunden erkundeten wir eine Stadt aus Schnee und Eis im
Sokolniki-Park, wo wir auch mal wieder bei herrlichem Sonnenschein Schlittschuh liefen. Das war im Übrigen der einzige sonnige Tag der ganzen Ferien. Leider.

Der Höhepunkt war dann am Sonntag. Talyas und meine Klavierlehrerin organisiert zweimal im Jahr ein Konzert für ihre Schüler und wir beide gaben unser Debüt und genossen den Applaus von weiteren fünf Familien.

Die Tatsache, dass wir am Donnerstag spätabends auf einem Feldweg hinter einem Fitnesscenter hoffnungslos im Schnee stecken blieben und nur mit Hilfe eines netten jungen Russen aus unserer misslichen Lage befreit werden konnten, werde ich jetzt nicht weiter ausführen.

Zum Schluss noch das Wetter: Anfang letzter Woche hat es drei Tage ununterbrochen geschneit. Herrliche, erstaunliche, wunderweiße Schneemassen konnten wir bewundern und selbst die Moskauer Straßenreinigung schien damit hoffnungslos überfordert. Seitdem taut es, es ist matschig, nass und usselig. Allerdings scheint heute eine frühlingshafte Sonne, die uns hoffen lässt. Auch dieser, im Großen und Ganzen wirklich schöne Winter, hat irgendwann ein Ende.

Genau wie unser Aufenthalt in Moskau. Aber das hat eigentlich noch Zeit.

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2 Kommentare

  1. Anonymous

    Super interessant, ich hab mich schon immer gewundert warum man Snowboarder in der Moskauer Metro trifft, es gibt also ein Skigebiet direkt in Moskau, genial.Was den Kremlpalastsaal angeht kann ich Dir nur zustimmen, ich hatte das Vergnügen mir dort „den Nussknacker“ anzusehen und es war sehr schön – man kann erahnen was für Feste hier früher gefeiert wurden ;)

  2. Anonymous

    Es hört sich so interessant und toll an!Aber wie ich las, muss man auch als Tourist irgendwelche visatorischen Hürden überwinden, nicht wahr?VOn daher braucht es wohl noch ein langes Leben für mich, bis ich dorthin komme.Nach Kalifornien zu fliegen ist einfacher:-)LIebe Grüße von Birgit

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