Einkaufsparadies (1): Budenzauber


„Ja, kannst du denn in Moskau alles kaufen?“

Wer diese Frage stellt, der hat wohl noch die leeren Regale und ellenlangen Schlangen vor unscheinbar aussehenden Lebensmittelläden aus grauen Sozialismuszeiten vor Augen.

Heute lautet die Antwort auf diese Frage: „Nein!“ Denn ich habe nicht so viel Geld!

In Moskau, der Stadt der Millionäre, kann man heutzutage prinzipell alles kaufen. Angefangen bei dem überlebenswichtigen Grundnahrungsmittel Nutella bis hin zum vergoldeten Porsche. Es ist alles eine Frage des Preises.

Und gewusst wo. Das ist das Hauptproblem. Es dauert ein wenig, bis man sich in der Konsumwelt der Russen zurechtfinden. Zumal die sich so rasant ändert, dass selbst die Einheimischen nicht immer mitkommen.

Seit ich hier lebe, habe ich mich noch nie so oft und ausgiebig über Lebensmittelmärkte unterhalten. Das ist schon eine Welt für sich.

Vorweg muss man sagen, es gibt keine Discounter. Noch nicht zumindest. Es ist sicherlich auch nur eine Frage der Zeit bis die Gebrüder Albrecht und Co. den russischen Markt erobern.

Wo kaufe ich also meine Lebensmittel?

In unmittelbarer Nähe unserer Wohnung gibt es 4 bis 9 kleinere Supermärkte und mehrere Büdchen. Dort bekommt man alles für den täglichen Bedarf, allerdings ist die Auswahl dort meist sehr begrenzt, die Gänge zwischen den Regalen sind eng und alles ist ein wenig chaotisch. Nicht immer schön.

Größere Supermärkte erobern erst so langsam den Markt. Carrefour hat neulich eröffnet, real ist vertreten und weiter, meist ausländische Ketten.

Da ich aber über kein Auto verfüge, habe ich mich den russischen Gewohnheiten angepasst und kaufe täglich, was ich brauche. Dabei wechsle ich die Läden, je nachdem wie weit ich laufen möchte, was genau ich brauche und ob ich etwas Bestimmtes suche.

Kommen wir nun zu den Buden. Die gibt es hier massenweise. An jeder Ecke mindestens zwei. Unscheinbar, wie zufällig abgestellt, teils verrostet, teils hübsch dekoriert. Neben Lebensmittelbuden und Ständen mit gegrillten Hähnchen, Hot Dogs und – natürlich – Döner, gibt es unzählige Büdchen, in denen Blumen verkauft werden. Ich habe noch niemals so viele Blumenläden gesehen wie in Moskau. Die Russen bringen zu jeder Gelegenheit Blumen mit. Das ist wirklich ein netter Brauch. Allerdings sind die Kreationen nicht immer geschmackvoll. Und Blumen sind schweineteuer, deshalb ist diese Blumenladenschwemme umso erstaunlicher.

Auch frisches Obst und Gemüse kauft man am Besten an einer Bude. In den kleinen Supermärkten ist die Auswahl sehr mickrig und meist sind zwei Äpfel in Folie verpackt teuer als ein ganzes Kilo an der Bude.

Die wichtigste Bude allerdings ist der Getränkekiosk. Rund um die Uhr geöffnet und bestens ausgestattet, bietet sie alles an, was der alkoholkranke Russe braucht, um mit seinen Kumpels im Park den Tag zu verbringen. Die Kundschaft ist zahlreich.

Hier nur eine Auswahl der Buden, die sich an einem kleinen Platz direkt vor unserer Haustür befinden.

Nicht im Bild: ein weiterer Getränkekiosk, ein leerstehendes Büdchen (Bitte lass es bald eine französische Bäckerei sein!), eine Lebensmittelbude und ein Wassermelonenverkaufststand (Der wird nur von Juni bis Oktober aufgebaut.).

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Fortsetzung folgt.

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