Glück im Unglück


Von wegen Glückshund! Dämlicher Aberglaube, dämlicher!!!

„Es ist zum Glück der linke Arm, ich bin ja Rechtshänderin,“ sprach die große Tochter altklug, als sie mir von ihrem Unfall auf dem Pausenhof erzählte.

Talya war von der Wippe gefallen und diese knallte daraufhin auf ihren Arm. Das Handgelenk schmerzte, aber der Schularzt konnte zunächst keine Fraktur feststellen. Soweit so gut, sie wurde mit Creme behandelt und zu Hause bandagierten wir den schmerzenden Arm.

Aber – und hier wird es merkwürdig – Talya bestand darauf, nochmal zu einem Arzt zu gehen. Das ist deshalb höchst ungewöhnlich, weil man bei ihr mit der Androhung von Arztbesuchen oft eine schnellere Heilung erzielt als mit Medizin.

„Ich will wissen, was das ist,“ meinte sie. Da uns das auch nicht geheuer war und wir sowieso mal sehen wollten, wie es hier mit Klinik und Arztbesuchen abläuft, vereinbarten wir einen Termin in einer von Kollegen empfohlenen Klinik, wo alle Ärzte Englisch sprechen. Hier findet man sämtliche Fachärzte unter einem Dach, vom Family Doctor über Herzspezialisten und – natürlich – Schönheitschirurgen. Am Empfang sitzen kompetente, sehr gut Englisch sprechende und wirklich nette Arzthelferinnen, die unter anderem darauf aufpassen, dass auch ja niemand ohne zu bezahlen das Haus verlässt.

Dort wurden wir zum Röntgen geschickt, was ich eigentlich erstmal übertrieben fand und ich fragte mich, ob das nicht pure Geldmacherei sei. Aber siehe da, die große Bezwingerin der Spielplatzwippe hat eine kleine Absplitterung am Knochen oberhalb des Handgelenks davongetragen.

Drei Wochen Gipsschiene. Na toll!

Bisher sind wir mit allen Krankheiten und Verletzungen sehr glimpflich davongekommen, worüber ich natürlich froh bin, denn Arztbesuche sind, pardon…, waren für das Kind vom ersten Tag an immer eine Tortur. Gestern ließ sie sich aber ohne Geschrei röntgen und eingipsen und es floss keine einzige Träne. Erstaunlich.

Alles in Allem war die Behandlung in der Klinik sehr professionell und ich denke, wir sind dort auch in Zukunft gut aufgehoben, falls mal wieder was passiert. Und irgendwas ist ja immer.

Das größte Problem für Talya besteht jetzt allerdings darin, dass sie die Fragen der anderen Kinder nicht beantworten können wird, da ihre Englischkenntnisse dafür noch nicht ausreichen. Und sie steht doch so ungern im Mittelpunkt. Ha! Meine Tochter! Wie gut ich das kenne!

In einer Woche fliegen wir für ein paar Tage nach Deutschland und die Frage ist: Wird sie auch mit Gips beim Karnevalsumzug genug Kamelle sammeln können?

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3 Kommentare

  1. Anonymous

    Guten Morgen! Na das sind ja mal aufregende Nachrichten. Dann werden wir uns mal gleich mit einem dicken Edding bewaffnen, um uns auf Talya´s Arm zu verewigen, wenn wir uns nächste Woche sehen. Tapferes Mädchen! Lili hat noch ihren Gipsarm von vor zwei Jahren irgendwo rumliegen. Sie könnte ihn sich ja solidarisch zeigend überziehen.Freu mich auf euch!!!!!!Nicole

  2. Anonymous

    Boah, tapfere kleine Heldin.Und damit mein ich Talya ;)Zeus sei Dank ist sie nicht in einen Lattenzahn mit dem Ellbogen reingeknallt, gell?Gute Besserung!

  3. Anonymous

    Respekt Talya. Ganz schön tapfer! Gute Besserung!

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