Gute Tage – schlechte Tage


Ich kann mir schon denken, dass die treuen Leser dieses Blogs gespannt auf aufregende Abenteuer aus der russischen Hauptstadt warten.

Damit kann ich derzeit leider noch nicht dienen. Unser Alltag wird momentan bestimmt von … Alltag.

Aufstehen, Kinder zur Schule schicken, arbeiten, Russisch lernen, Haushalt machen (Ja, ich gebe mir Mühe und meistens kann man unangekündigten Besuch sogar hereinbitten. Leider kommt nie jemand…), Kinder abholen, kochen, einkaufen, etc.

Überhaupt nicht aufregend. Nur anstrengend.

Denn es gibt gute Tage und schlechte Tage.

An den schlechten Tagen hat mindestens ein Kind Bauchweh oder gleich nach dem Aufstehen einen Trotzanfall, gibt es Tränen in der Schule oder Streit mit den Mitschülern. An diesen Tagen nieselt, regnet oder taut es und die Straßen bestehen aus braun-schwarzen Matschpfützen. An miesen Tagen steht Talat auf dem Heimweg lange im Stau oder gerät in eine Polizeikontrolle. Und selbst wenn ein Tag gut war, kann er sich zum Ende hin als schlechter Tag entpuppen, weil das Einschlafen der Kinder mal wieder völlig aus dem Ruder läuft.

Diese schlechten Tage gab es in den letzten Wochen oft. Sehr oft. Und hätte ich nicht dieses optimistische, sonnige Gemüt, so wären die Zweifel, die mich natürlich immer wieder befallen, mit Sicherheit Anlass zur tiefsten Depression.

Es war uns klar, dass die Kinder die Umstellung nicht so einfach wegstecken würden. Wir konnten uns denken, dass die Eingewöhnung in die Schule nicht reibungslos verlaufen würde. Dafür hatten die Kinder, vor allem das eine Kind, schon in Deutschland zu sehr zu kämpfen, wenn es größere und kleinere Veränderungen zu verdauen gab.

Aber es wird besser. Von Tag zu Tag werden die Kämpfe und (Bauch-)Krämpfe weniger heftig. Von Woche zu Woche verringert sich der Widerstand der Kinder gegen die Schule, das Land, den Umzug. Es wird. Langsam, aber es wird.

Dann vermehren sich die guten Tage. Wenn morgens die Familie mit einem Lächeln das Haus verlässt. Wenn die Kinder strahlend aus dem Schulbus winken. Wenn es keine Tränen gab in der Schule, sondern ein Erfolgserlebnis. Wenn es frisch geschneit hat und die Sonne strahlt. Dann ist der Himmel mal wieder blau. Und es liegt ein Hauch – ein winziger Hauch – von Frühling in der Luft.

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Ein Kommentar

  1. Anonymous

    Hallo Katja, ich weiß nicht, ob es ein wenig tröstet, aber ich denke auch ein Umzug weniger weit weg hätte Umstellungsprobleme mit sich gebracht. Und ich bin da auch ganz Optimist: Es wird mehr gute Tage geben!!! Und wenn es weiterhin tröstet: Unser Wetter lässt auch zu wünschen übrig – ich bin gedanklich schon im nächsten Monat verbunden mit der Hoffnung aus Erfahrung, dass sich der Frühling dann gewaltsam breit macht. Aber ich schicke Euch ganz viel gedanklichen Sonnenschein! Haltet die Ohren steif! Ganz liebe Grüße von Sarah, die sich jetzt dem Abenteuer „Bügeln“ widmet (Du siehst, hier hält es sich mit den Abenteuern auch so in Grenzen ;-)))

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