Tauwetter


Es tropft, es matscht, es fließt. Und dann friert es wieder und wird zur tückischen Falle. Wasser, Eis, Schnee. Am Schlimmsten sind die braunen, abgasbeschmutzten Schneematschpfützen, die ein Überqueren der Straße an manchen Stellen fast unmöglich machen. Der Schneematsch ist auf der Straße teilweise so erbarmungslos hartnäckig, dass selbst der Zebrastreifen nicht mehr erkennbar ist. Da Zebrastreifen im Hirn russischer Autofahrer aber eher die Reaktion „Gas geben“ als „Bremse treten“ auslösen, ist das allerdings eher ein Vorteil.

Ja, wo ist er denn, der gnadenlose russische Winter? In Moskau jedenfalls nicht. Okay, es liegt Schnee und alle paar Tage wird die schmutzige, schwarze, unansehnlich gewordene Pracht von einer dünnen Schicht Neuschnee wieder weiß gemalt. Aber kalt ist es nun wirklich nicht.

Heute waren es sogar über 1 Grad plus! Und es hat geregnet. Nicht schön!

Die Sonne haben wir auch schon länger nicht gesehen. Ich weiß allerdings nicht, ob es nun Dunst und Wolken sind, die sie vom Scheinen abhalten, oder Smog. Manchmal, wenn ich draußen tief durchatmen möchte, befürchte ich, es ist eher letzteres.

Doch es lohnt sich nicht zu lamentieren, denn gegen das Wetter und den Stau kann man einfach nicht an. Das nimmt der Moskauer mit Geduld und stoischer Ruhe einfach hin. Und das ist auch die einzige Möglichkeit, es hier auszuhalten.

Ja, da freut man sich wenigstens wieder richtig auf den Frühling. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude und so betrachtet, haben wir hier viel länger was davon.

Inzwischen suchen wir nach den positiven Winterdingen, wie vollvereiste Minihügel im Park, die mit dem richtigen Porutschermaterial in ungeahnten Geschwindigkeiten herabgesaust werden können.

Wenn es denn nicht weiter taut.

Nasses, usseliges, trübes Regenwinterwetter hatte ich die letzten Jahre genug.

Ich will jetzt Winter. Aber richtig!

Advertisements

3 Kommentare

  1. Anonymous

    Uuuiii, du kannst ja wieder schreiben, werte Katja! Und, schon alle Vodkasorten durch?Hoffe, dir und deiner Mischpoke gehts gut da in Moskau.Micha

  2. Anonymous

    Wir leben, werter Herr Beil, wir leben… :)Für die Verkostung diverser Wodkasorten ist es mir leider noch nicht kalt genug.Grüße ins DorfKatja

  3. Anonymous

    Hallo liebe Tongucers,hoffentlich ist der Start in das neue Jaher geglückt. Die Szenen aus dem Blog geben oft graue Situationen wider – obwohl sehr schön beschrieben. Ich wünsche jedenfalls alles Gute und hoffe auf ein Wiedersehen in diesem Jahr in Moskau (P.S.: das Planungsprojekt soll dieses Jahr dort eingeführt werden).Herzliche Grüße aus Saarbrücken,Carsten Stratmann

Kommentar schreiben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: