Schlitterpartie


Pünktlich am Montag, dem ersten Schultag der Kinder, wurde es warm in Moskau. Null Grad Celsius und Nieselregen. Nicht schön!

Doch das Wetter war an diesem Tag zunächst Nebensache, denn es begann ein neues Kapitel hier in Moskau. Die Kinder betraten absolutes Neuland. Nach fünf Wochen ohne Schule oder Kindergarten, in denen wir morgens Zeit hatten, ausschlafen und herumtrödeln konnten, fiel es recht schwer, pünktlich aufzustehen und zur Schule zu fahren.

Um 8:50 Uhr begann der Unterricht in der Internationalen Schule, in der nur Englisch gesprochen wird. Talya besucht ab jetzt dort das 2. Jahr, Ela geht in die Vorschule, hier Reception Class genannt. Für die Kinder, die nur ein paar englische Wörter können, eine ziemliche Herausforderung. Doch unsere wunderbaren Mädchen meisterten diesen ersten Tag mit Bravour. Sie blieben ohne zu murren oder zu jammern in ihrer Gruppe, stellten sich der ungewohnten Situation und ließen uns verdutzte Eltern erleichtert von dannen ziehen.

Am Nachmittag sollten sie auch schon gleich mit dem Schulbus nach Hause kommen. Das war leider etwas problematisch. Nicht für die Kinder, sondern für mich. Denn ich fand auch nach intensivster Suche den Treffpunkt nicht, an dem die Kinder aus dem Bus aussteigen sollten.

Zum Glück gibt es Handys und the so called „bus assistant“ Irina konnte mich telefonisch erreichen. Schließlich war die Aufregung vorbei und ich hatte meine Kinder wieder.

Über die Freude, dass alles so gut geklappt hatte an dem Tag, vergaß ich dann auch völlig meinen Schmerz in der rechten Hüfte. Als ich nämlich angespannt und aufgeregt kurz nach 15 Uhr zum Bus eilen wollte, um die Mädels abzuholen, hatte ich übersehen, dass in der Zwischenzeit der Nieselregen den Gehweg vor dem Haus in eine Eisbahn verwandelt hatte. Ehe ich mich versah, war ich mit voller Wucht auf den Boden geknallt. Autsch!

Wir sind enorm stolz, dass die Kinder diesen ersten, aufregenden Schultag so toll gemeistert haben. Leider wurde Talya dann am Abend von heftigen Bauchschmerzen heimgesucht. Wir wissen nicht genau, ob es die Aufregung oder ein Virus waren. Das Ende vom Lied war, dass am nächsten Tag um 11 Uhr das Telefon klingelte und ein weinendes Kind von der Schule abgeholt werden wollte. Ich hätte sie gleich zu Hause behalten sollen, aber später ist man immer schlauer. So haben wir auch diese Situation erfolgreich gemeistert. Das Kind weiß jetzt, dass es jederzeit abgeholt werden kann, wenn es ihm schlecht geht. Das ist für sie enorm wichtig.

Diese ersten Tage in der Schule werden sehr schwer für die Beiden sein und sie brauchen meine ganze Aufmerksamkeit, wenn sie wieder zu Hause sind. Aber ich bin sicher, dass sie sich schon bald wohl fühlen werden, denn die Schule ist überschaubar und behaglich, die Lehrkräfte sind nett und die Klassen sehr klein. Auf 16 Schüler kommen zwei Lehrkräfte, der Teacher und der Assistant Teacher. Davon können die meisten Grundschüler in Deutschland nur träumen.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht, wie sich das Englisch der Mädels entwickeln wird und welche neuen Freundschaften sich ergeben werden.

Für mich geht jetzt der Alltag los. Mein Haushalt wird es mir danken.

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5 Kommentare

  1. Anonymous

    Hallo Ihr 4Schön das der Anfang geklappt hat.Die allerliebsten Grüße gehen von Bianca an Talya, bitte drücke die beiden kleinen ganz feste von uns.Wir werden dein Schilderungen wieter mit Spannung verfolgen und drücken die Daumen.Falls Mehmet mal Freikarten für Zenit hat, komme ich natürlich vorbei.Liebe Grüße vom Kitzbüheler Weg 16.

  2. Anonymous

    Hallo Ihr Lieben,schön wieder was von Euch zu lesen. Und dann auch noch das bei den beiden Mäusen der erste Schultag so schön glatt über die Bühne gegangen ist. Auch wir schauen jeden Tag hier vorbei um zu luschern was bei Euch Stand der Dinge ist. Viele liebe Grüße und fühlt Euch ganz doll gedrückt von Laura-Sophie und MelaniePS : hoffe Du hast Dir mit deiner Hüfte nichts schlimmeres geholt und das es Talya´s Bauch auch wieder besser geht

  3. Anonymous

    Hallo! Freut mich, dass Ihr Euch so gut eingelebt habt! Ich hoffe Deine Hüfte ist wieder wohl auf und die Bauchschmerzen haben sich wieder verzogen! Hier hat sich die Kälter wieder etwas verzogen und der Schnee ist mittlerweile weg. Dem Frühjahrseinzug steht also nix im Wege ;-)Ganz liebe Grüße und bis bald mal, Sarah

  4. Anonymous

    Das liest sich alles sehr RUND. Schoen! Geb den Kinder 3-4 Monate, dann laeuft alles wie am Schnuerchen. Unsere Kleine war damals drei und hat 3 Monate gar nichts gesprochen. Danach war sie fast fliessend :) Die grosse (damals auch year 2) hat ein bisschen laenger gebraucht, will aber jetzt AUF GAR KEINEN FALL mehr auf eine deutsche Schule :) So schnell geht das. Alles gute… ich drueck Euch mal virtuell und alles GuteMone

  5. Anonymous

    Hallo Ihr Lieben,laß Euch mal ein paar Grüße aus dem Schiffgau da. Ich vermisse Euch sehr und mußte doch gerade eben ein paar Tränchen vergießen. Das liegt aber an deiner rührenden Schreibweise und nicht daran, dass ihr so weit weg seid. Ihr ward ja schon öfter und lange sehr weit weg und nie hatte ich das Gefühl, mich wirklich von Euch zu verabschieden. Gut so. Ich freue mich, wenn wir uns vielleicht an der Faasend sehen. Treib schon einmal ein paar Sommer-Kleider in Rußland auf, das Motto ist nämlich „Hawai“.Gaaaaaaaaaaaaaanz liebe Grüße an die liebste Familie im Ausland, die ich kenne und ganz besondere Grüße an Ela und Talya. Lili ist heute sehr aufgeregt, denn es gibt Zeugnisse.Bis baldNicole

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