Reisevorbereitungen


Es ist wirklich höchste Zeit, dass es losgeht. Die Kinder und ich hängen hier irgendwie zwischen Gut und Böse in der Luft, während Talat und die Kisten schon so lange auf uns warten.

Noch zwei Mal schlafen, dann geht es los.

Bis dahin sind noch ein paar Dinge einzupacken. Weihnachtsgeschenke und Shoppingwahn lassen die Koffer aus allen Nähten platzen. Ich bin gespannt, ob die Aeroflot beim Übergepäck mit sich handeln lassen wird. Vielleicht sollte ich ein paar leckere, von Muttern gebackene Plätzchen als Bestechungsmaterial mitnehmen? Gebäck für Gepäck sozusagen.

Exkurs: im Internationalen Korruptionsindex rangiert Russland auf den hintersten Plätzchen, äh Plätzen.

Das lebendige Übergepäck fällt übrigens weg. Nein, ich habe nicht über die Feiertage zehn Kilo abgenommen, glücklicherweise aber auch nicht zu. Doch unser Kater Nero wird uns nun erstmal leider nicht begleiten. Die Kinder sind zwar untröstlich, aber es sprechen mehrere Dinge dagegen.

Da ist einerseits die Tatsache, dass ich ja nun alleine mit den Kindern fliegen muss. Und das Töchterlein hat Panik, dass das Katerchen unterwegs alle sieben Leben einbüst. Kinder und Panik und ich alleine mit Beidem – das kann nicht gutgehen.

Außerdem hat die verrückte Katze hier bei meinen Eltern mit einem todesmutigen Sprung aus dem ersten Stock ihre Freiheitsliebe eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wir fragen uns seitdem erstens „Wie hat er das gemacht – ohne Schwanz?“ und zweitens „Ist es vielleicht eine Flugkatze und wird ihn auch der neunte Stock in Moskau nicht schrecken?“.

Wer die Vorschau zu Ice Age 3 gesehen hat, weiß, wie ich das meine.

Der Plan ist also, dem Kater hier vorerst seine Freiheit zu lassen. Er fühlt sich pudelwohl, durchstromert alle Etagen und kommt oft spinnwebenbehangen aus dem Keller spaziert. Er hat hier freie Wahl, wem er gerade seine Gunst schenken mag und ist nach den handtuchgroßen beengten Reihenhausgrünflächen bestimmt von der Weitläufigkeit der hiesigen Gärten völlig berauscht.

Sollten die Kinder vor Sehnsucht richtig leiden, können wir ihn beim nächsten Mal immer noch nach Moskau bringen. Bis dahin haben wir dann auch herausgefunden, ob die lieben Nachbarn zur großen abergläubischen Fraktion der Russen gehören, die gerüchteweise bei schwarzen Katzen von einem intensiven Fluchtinstinkt heimgesucht werden.

Der Abschied wird herzzerreißend sein, aber nach den vielen rührenden Abschiedsszenen der letzten Wochen schaffen wir das auch noch.

Väterchen Frost, wir kommen!!!

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2 Kommentare

  1. Anonymous

    Wenn ich richtig gerechnet habe (und rechnen kann ich gut!), ging es also heute los. Mensch, ist das aufregend! Ich denk an Euch und wünsche Euch alles, alles Gute! Und bleibe natürlich hier live dabei. Nicht, dass ich noch was verpasse!Jetzt bin ich erst einmal auf den Moskauer Jahreswechsel gespannt. Und darauf, ob es Euch bis dahin gelingt, die eins-sechs-null Kisten auszupacken. Liebe GrüßeRita

  2. Anonymous

    Liebesgrüße nach MoskauHallo Katja, nach 3 Tagen Dauerfrost ( ja, ich weiß da lacht Ihr drüber)dachte ich an Dich. Ich hoffe Ihr habt alles so wie Ihr es haben wolltet. Ich wünsche Euch eine schöne Zeit und freue mich mit allen Kollegen, wenn Du zwischendurch was von Dir hören läßt. GrüßeSusanne

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