Eins – sechs – null


Oder auch einhundertsechzig. Das steht in großen schwarzen Eddingziffern auf dem vorerst letzten Karton, der letzte Woche gepackt wurde. In zwei Tagen hat der Packer der Umzugsfirma 160 Kartons mit unserem Hab und Gut vollgestopft.

„Ihr habt viel zu viel Zeug!“, haben meine Mutter und meine Schwiegermutter vor dem Umzug immer kopfschüttelnd gesagt. Ich habe es nie geglaubt.

Jetzt schon.

Obwohl, wenn ich in Gedanken so unsere Sachen durchgehe, dann haben wir nicht viel überflüssigen Kram. Wenig Geschirr, wenig Bettwäsche und Handtücher, wenig Dekozeugs. Auch unsere Kleidung passt in nur einen Schrank. Okay. Zwei Kinderzimmer beherbergen immer viele Spielsachen und die unseren nennt man gerne auch den Friedhof der Kuscheltiere. Aber sonst? Die paar Bücher können doch nicht so viele Kartons füllen.

Sind doch nur zwei Regale voll.

Die Küche allein ergab auch schon einundzwanzig gefüllte Kisten. Dabei besitze ich nichtmal eine Küchenmaschine und bin auch sonst haushaltstechnisch nicht besonders gut ausgerüstet. Wozu auch? Wer mich kennt, weiß, wie ich koche. Oder will es lieber nicht wissen.

Ich habe also keine Ahnung, wie es zu dieser horrenden Zahl kommen konnte. Einhundertsechzig Kisten, die nach Moskau transportiert werden müssen – und einhundertsechzig Kisten, die ich dort wieder auspacken muss!

Heute wurde jedenfalls das Haus endgültig leergeräumt. Während ich schon mit Kindern und Katze und ein wenig Zubehör im Saarland verweile, wo wir uns ein kleines Zwei-Zimmer-Domizil in meinem Elternhaus einrichten, hat mein Mann den Möbelpackern in Monheim auf die Finger geschaut.

Apropos mein Mann. Der fliegt morgen wieder nach Moskau, wo er auf die Möbel warten wird. Ursprünglich war geplant, dass er zu Weihnachten wieder nach Deutschland kommt, damit wir zusammen feiern können und damit ich am 28. Dezember nicht alleine mit den Kindern nach Moskau fliegen muss. Doch leider, leider macht uns das Visaverfahren der Russen einen Strich durch die Rechnung. Talat hat zwar die deutsche Staatsbürgerschaft, aber mit dem Geburtsort Istanbul ist eine Expressbearbeitung nicht möglich. Um Weihnachten hier zu sein bzw. nach Weihnachten wieder einreisen zu können, braucht er aber ein weiteres Visum. Und das bekommt er jetzt nicht so schnell, weil siehe oben. Seufz.

Schade, aber in Russland ist Weihnachten sowieso erst am 7. Januar und wir feiern dann eben noch einmal.

Vorausgesetzt, ich habe bis dahin die Weihnachtsdeko in den Kisten wiedergefunden. Einhundertsechzig sag ich da nur.

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6 Kommentare

  1. Anonymous

    Es weden immer mehr Kartons als man angenommen hatte. WESENTLICH mehr.Schade, dass Eure Pläne nicht so klappen, wie ihr es Euch vorstellt. Ich hoffe, ihr habt trotzdem ein schönes Fest und die Freude auf eine „Doppelfeier“!

  2. Anonymous

    Mut zum Wegwurf.Dein lieber Bruder hat es mit zwei Koffern nach San Francisco geschafft :)Dafür muss er ständig in den Waschsalon.Hoffe, der Stress lässt langsam nach und Du kannst Dich ordentlich freuen.

  3. Anonymous

    Dann hast Du das schlimmst ja geschaftt ;) Ich wuensche Dir, auch ohne Mann, eine besinnliche Weihnachtszeit und ein „rundes Ankommen“ in Moskau. Das wird bestimmt total schoen!!!lgThaimo

  4. Anonymous

    „und einhundertsechzig Kisten, die ich dort wieder auspacken muss!“nenene zu stress, die kisten kannst du ja auspacken _lassen_ :)wir haben großzügig die auspacker weggeschickt – nie wieder – weißt du wieviel tausend meter noppenfolie um alltäglichste krustelsachen waren?ich hoffe, dass ihr gut ankommt und einen tollen start in m. habt :)

  5. Anonymous

    Hallo liebe Katja,so habe endlich auch deinen Blog gefunden und bin gespannt wie es Euch in Moskau ergehen wird. Ich wünsche Euch allen natürlich nur alles alles Gute. Bis Du mit dem auspacken der sageundschreibe 160 Kartons anfangen kannst,darfst oder mußt hast Du bzw Ihr noch hoffentlich ein paar wunderschön besinnliche Tage im Saarland. In Gedanken drücken wir Euch und hoffentlich lese ich bald wieder neues von Euch. GGLG von Melanie und Laura-Sophie

  6. Anonymous

    Ät Seemownay: Danke für alle deine Kommentare. Hätte ich Treuepunkte zu vergeben, du bekämst sie zuerst… :)Ät Bruder J.: Zwei Koffer? Mut zum Wegwurf? Jaja… Wem gehört denn das ganze Gerümpel hier im elterlichen Keller? Hm? Mir nicht!Ät Thaimo und nt: Sawadi kaaaaa!!! ;)Beim letzten berufsbedingten Umzug ließ ich auspacken… und musste nachher doch alles wieder umräumen und suchen. Neee, das mache ich lieber selbst. Den Müll holen die danach ab. Das hab ich schon geklärt. Man wird ja schlauer mit jedem Umzug. :)Ät Melanie: wie schön! Dein Kommentar freut mich sehr! Grüße an die Kurze!

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