Alles für die Katz!


So ein Umzug allein ist schon schwierig zu organisieren. Noch schwieriger ist es allerdings, den Umzug samt Katze zu verwirklichen.

Als sich Kater Nero vor 6 Jahren uns als Familie ausgesuchte, ahnte er nicht, dass er kein ruhiges Dasein für den Rest seines Lebens im beschaulichen Saarbrücken haben würde. Damals, im Tierheim zog er sich nicht wie die anderen Katzen in die hintersten Winkel der ungastlichen Behausungen zurück und beäugte uns misstrauisch. Nein, Nero, seines Zeichens pechschwarzes Katertier mit verkrüppeltem Stummelschwanz, marschierte schnurstracks in unser Herz und schnurrenderweise zur damals eineinhalbjährigen Talya, die ihn ausgiebig streicheln durfte. Damit war die Sache klar: der Kater wollte zu uns und wir wollten ihn.

Heute wissen wir: wie jede Katze hat das Tier eine Macke. Er ist katzenuntypisch zutraulich und begrüßt jeden Besucher herzlich – natürlich immer in der Hoffnung, dass es eine leckere Belohnung geben wird. Außerdem lässt er sich von den Kindern, von ALLEN Kindern, unglaublich geduldig durch die Gegend schleppen – nein, normal ist das nicht.

Nunja, die Katze ist also heißgeliebt und gehört einfach zur Familie. Deshalb zog er auch schon vor dreieinhalb Jahren mit uns vom Saar- ins Rheinland, wo er sich schnell einlebte und inzwischen alle Nachbarshäuser von innen kennt – nicht immer unbedingt zur Freude der Nachbarn…

Für unseren Umzug nach Moskau heißt das natürlich auch, die Katze kommt mit. Und damit wären wir beim eigentlichen Problem angelangt. Wir Menschen brauchen Visa, Reisepässe und Flugtickets. Nero braucht Impfungen, einen internationalen Heimtierausweis, einen Chip unter die Haut (Den brauchen wir bestimmt auch bald!), der Tollwut-Titer muss noch bestimmt werden (Hier rutscht mir immer zuerst das Wort Röteln-Titer raus. Komisch.) und dann – mindestens 10 Tage vor der Abreise – muss das Tierchen zum Veterinäramt und bekommt dort hoffentlich ein Amtstierärztliches Gesundheitszeugnis. Uff!

Über die Kosten reden wir nicht. Die nehmen wir einfach mal so hin. Es ist auch nicht zu ändern, dass die Fluggesellschaft jedes Kilo Kater samt Transportbox als Übergepäck berechnen wird. Außerdem darf er mit Box nicht schwerer als 8 Kilo sein, damit er im Passagierraum mitfliegen darf. Daher frage ich mich, ob ich ihn etwas auf Diät setzen sollte, obwohl er eigentlich nicht mit Garfield verwechselt werden kann. Ob ich wenigstens die heißgeliebte Katzenmilch weglassen soll? Er ist süchtig danach.

Der arme Kater wird in Moskau auch auf seinen Freigang verzichten müssen und fortan sein Dasein als Wohnungskatze fristen. Das tut mir in der Seele weh, wollte ich das doch einer Katze niemals antun. Aber ein Haus mit Garten ist in Moskau nicht finanzierbar. Ohne Nero umziehen, wäre jedoch grausam für die Kinder. Aber da selbst die Tierärztin keine Bedenken hat und den sozialen Auftrag der Katze als wichtiger einstuft als seine persönliche Freiheit, wird Nero sich wohl ein Corleone-Löwenherz fassen müssen und mitkommen.

Leider erreiche ich niemanden beim Konsulat oder der Botschaft, der mir sagen kann, ob mit den oben genannten Vorbereitungen alle Voraussetzungen für die Einreise der Katze geschaffen sind. Insbesondere hätte ich gerne gewusst, ob ich das Gesundheitszeugnis oder die anderen Dokumente noch übersetzen lassen muss. Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen.

Nicht, dass wir am Ende in Moskau vor verschlossenen Katzentüren stehen und dann war alles für die Katz!

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2 Kommentare

  1. Anonymous

    Leider habe ich keine hilfreichen Tipps. Ich wünsche Dir einfach nur viel Erfolg bei Deinen Bemühungen!

  2. Anonymous

    Wir haben unsere Katze auch mit nach Thailand genommen. HEY, ich kenn den Kater laenger als meinen Mann, da weiss ich doch, was ich an ihm habe.Das Flugticket fuer ihn war schweineteuer, aber dass der Suesse in den Gepaeckraum kommt, das wollten wir nicht.Deine Vorbereitungen sollten ausreichen. Es war sehr spannnend, die Katze in Bangkok durch den Zoll zu bekommen. Ein riesen Trara. Passiert wohl nicht alle Tage. Da aber alles wasserdicht war – kein Problem. Ich habe jetzt eher Angst vor dem wieder ausreisen. Aber hat ja noch was Zeit und der Kerl ist ja schon fast 17 Jahre.Ist so lustig, wie du Nero beschreibst. Das koennte unser Jimmy sein. Wir haben auch schon Angebote bekommen von Nachbarn und Freunden. Ganz uneigennuetzig: „Ach, lasst ihn doch hier bei uns… so ein anstrengender Umzug… wir nehmen ihn gerne!“ Jaja, habt ihr Euch wohl so gedacht. Wir fliegen noch um die ganze Welt, der Jimmy Hendrix und ich.Der Flug war uebrigens super super toll. Er war die ganze Zeit bei mir (GG hat sich um die 3 Kids gekuemmert :) und er war ganz ruhig und gluecklich bei uns zu sein.

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